Wer pflegt eine Gesellschaft, die sich nicht selbst pflegen kann? Mit dieser Frage muss sich Deutschland nicht erst heute befassen.
Bereits in den 60er-, 70er- und 80er-Jahren kamen Krankenschwestern aus dem südindischen Kerala nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz, um dem damaligen Pflegenotstand zu begegnen. WHO CARED dokumentiert ihre Lebensgeschichten und macht damit eine lange wenig sichtbare weibliche Migrationsgeschichte zugänglich.
Am 15. November geht das WHO CARED Online-Archiv offiziell online. Eine stetig wachsende Sammlung von Videos und persönlichen Geschichten erzählt von Menschen, die ihre Heimat verlassen haben, um in der Pflege zu arbeiten – und davon, wie ihre Erfahrungen nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch ihre Familien, ihre Herkunftsländer und ihre neuen Gesellschaften geprägt haben.
Die Geschichten der Frauen aus Kerala bilden den Anfang. Von hier aus soll WHO CARED über Länder und Communities hinweg wachsen und zu einem globalen Archiv für Care-Migration werden. Denn Care-Migration ist kein neues Phänomen – und heute wieder aktueller denn je.
Zum Start des Archivs laden wir am 15. November ins Filmforum NRW (Museum Ludwig) in Köln ein. Ehemalige Krankenschwestern erzählen ihre Geschichten, das WHO CARED Team spricht über die Bedeutung von Oral History für Forschung und Community und stellt die Vision des Archivs vor. Außerdem zeigt Filmemacher Nevin George seinen Kurzfilm »Mary«.
Der Eintritt ist frei. Bitte anmelden unter who-cared.com/launch
Die Veranstaltung findet in deutscher Sprache statt.
